3-Phasen-Stromschienenstrahler einstellen – aber richtig! (Teil 1)

15.09.2020

Im Shop gibt es kaum eine praktischere Lichtlösung als ein Stromschienensystem. Die Strahler lassen sich im Handumdrehen auf der Schiene verschieben und neu ausrichten – flexibler geht es nicht! Doch dieser Vorteil bleibt in der Praxis oft ungenutzt: Der Store wird regelmäßig neu gestaltet, Regale, Mannequins oder Tische verschoben… aber die Strahler werden nicht angepasst. Dabei ist es wichtig, beim Umdekorieren das Ausrichten der Strahler gleich mit zu berücksichtigen! Sonst setzen die Strahler womöglich nicht die Ware ins beste Licht, sondern strahlen ins Leere. Damit Sie künftig keine Hemmungen haben, selbst Hand an die Strahler zu legen, möchten wir Sie in diesem Artikel mit dem nötigen Wissen zum Einstellen von 3-Phasen-Stromschienenstrahlern ausrüsten.

1. So sind Strahler aufgebaut

3-Phasen-Stromschienenstrahler sind in der Regel immer nach einem ähnlichen Prinzip konstruiert. Von Hersteller zu Hersteller kann es allerdings genauso Unterschiede in der Bauweise geben wie zwischen verschiedenen Strahler-Serien eines Herstellers.

Am Strahler befinden sich folgende Elemente:

  • Arretierungshebel: Mit ihm befestigt man den Strahler in der Schiene und klinkt die Kontakte ein.
  • Phasen-Wahlschalter: Er ist meist mit den Zahlen von 1 bis 3 beschriftet und lässt sich zum Beispiel wie ein Rädchen oder wie ein Schalter verdrehen. Ist er wie ein Drehschalter aufgebaut, fungiert er oft wie eine zusätzliche Befestigung.
  • Kontakte: Die herausstehenden Kontakte stellen den Strom leitenden Kontakt zwischen Strahler und Schiene her (zu sehen, wenn Arretierungshebel umgelegt ist)
  • Kunststoff-Haken: Diese kleinen Widerhaken am Adapter verankern den Strahler nochmal fester in der Führungsschiene.


Je nach Größe und Art des Adapters und Gewicht des Strahlers gibt es mehr oder weniger Befestigungsmechanismen. Nicht immer sind alle genannten vorhanden.

An der Schiene befinden sich folgendes Element:

  • Kontaktschiene: Sie ist das Gegenstück zu den Kontakten am Strahler.

skizze-strahler-schiene

2. So klinkt man Strahler in die Schiene ein und aus

Um einen Strahler aus der Stromschiene zu nehmen, muss man zunächst alle Befestigungen lösen. Bei manchen Strahlern dient nur der Arretierungshebel als Befestigung, bei anderen muss auch der Phasen-Drehschalter wieder in eine neutrale Stellung gebracht werden, damit sich der Strahler aus der Schiene lösen lässt (zum Beispiel bei Eutrac-Strahlern).

Schließlich zieht man den Strahler am besten mit einer Seite zuerst aus der Schiene. Hat der Adapter zusätzliche Kunststoff-Haken zur Befestigung, knacken diese, wenn man den Widerstand überwunden hat.

Um einen Strahler wieder in die Schiene einzuklinken, drückt man den Adapter in die Schiene und dreht den Arretierungshebel fest. Ist der Phasen-Drehschalter ebenfalls ein Befestigungselement, muss auch dieser arretiert werden. Achten Sie dabei auf die Lage der Kontakte: Die Kontakte müssen auf der Seite des Kanals angelegt werden, an der sich die Kontaktschiene befindet.

skizze-adapter

 3. Die Phasen einstellen

Der Strahler leuchtet erst, wenn die Phase am Phasen-Wahlschalter auf 1, 2 oder 3 eingestellt wird. Durch die Wahl der Phasen können Sie bestimmen, welche Strahler zusammen leuchten sollen. Zum Beispiel können Sie alle Strahler im Kassenbereich auf Phase 1 legen, alle Strahler im Verkaufsraum auf Phase 2 und alle Strahler im Schaufenster auf Phase 3.

Möchten Sie Strahler nachbestücken, bedenken Sie, dass Ihr Sicherungsautomat ein Leistungslimit hat. Prüfen Sie daher, wie viele Strahler pro Stromkreis die Sicherung aushält. Hierbei kann Ihnen im Zweifelsfall Ihr Elektriker helfen.

Wenn der Strahler arretiert und die Phase korrekt eingestellt ist, leuchtet der Strahler. Tut er dies nicht, ist entweder die Befestigung nicht vollständig arretiert, die Phase nicht eingestellt oder die Schiene bzw. der Strahler sind tatsächlich defekt.

4. Strahlertausch in der Praxis

Das Einrichten der Strahler ist eine gute Gelegenheit für Wartungsarbeiten am System:

  • Prüfung der Stromschienen: Sitzen die Einlagen der Schienen fest? Der Kanal und die Schiene selbst sollten eine feste Einheit bilden. Ist das nicht der Fall, sollte die Schiene repariert oder getauscht werden.
  • Prüfung auf Verschmutzung: Da Strahler nach längeren Gebrauch unvermeidlich staubig oder schmutzig werden, trägt man beim Anfassen der Strahler am besten Arbeitshandschuhe aus dem Baumarkt. Das Gehäuse, vor allem aber die Reflektoren oder Linsen befreit man am besten mit einem trockenen, feinen Microfaser-Tuch vorsichtig von Schmutz.


Insbesondere hochverspiegelte Reflektoren sind übrigens sehr empfindlich. Fassen Sie Reflektoren und auch LED-Module daher nie mit den Fingern an! Flecken und Fett können sich in die empfindliche Oberfläche einbrennen und können dann nicht mehr entfernt werden. Pusten Sie auch nicht den Staub aus dem Reflektor, denn selbst kleine Partikel können die Oberfläche verkratzen.

In Teil 2 geht es weiter mit einigen Tipps, wie Sie die Strahler am besten ausrichten und welche Ausstrahlwinkel Sie für welche Waren wählen.

Sie haben Fragen zur Montage oder zum Ausrichten von Stromschienenstrahlern? Schreiben Sie uns: info@lichtbasis.de.