3-Phasen-Stromschienenstrahler einstellen – aber richtig! (Teil 2)

21.09.2020

Nachdem wir im ersten Teil unseres Blogartikels die technischen Grundlagen und die Praxis rund um 3-Phasen-Stromschienenstrahler geklärt haben, wollen wir nun auf die lichtplanerischen Aspekte eingehen. Werden im Shop die Waren neu dekoriert, müssen die Strahler natürlich auch neu eingestellt werden. Nur so strahlt die neueste Herbstmode oder luxuriöser Schmuck im besten Licht. Welche Strahlertypen und Lichtfarben für welche Bereiche passen und worauf Sie beim Ausrichten noch achten sollten, darum geht es nun in Teil 2 unseres Blogartikels.

1. Spot oder Flood – was passt zur Ware?

Spots, Floods, Widefloods – alle drei Strahlertypen haben eine verschiedene Lichtwirkung und eignen sich somit für ganz verschiedene Bereiche und Beleuchtungszwecke:

Spots:

  • Erzeugen viel Licht auf einer kleinen Fläche
  • Bringen Brillantes zum Glitzern und erzeugen dramatische Lichteffekte (v.a. in Kombination mit einem dunkleren Hintergrund)
  • Sind ideal zum Anstrahlen kleiner Objekte oder Details wie z.B. in Schaufenstern
  • Waren, die mit Spots beleuchtet werden, stechen zuerst ins Auge (Highlights)
  • Haben einen scharf umrandeten Lichtkegel

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Fluter (oder Flood):

  • Sind besonders geeignet für mittelgroße Flächen wie Tische und Regale
  • Die Ränder des Lichtkegels sind meist noch gut erkennbar
  • Sind vielseitig einsetzbar und deshalb oft Hauptkomponente des Lichtkonzepts im Shop

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Breitstrahlende Fluter (oder Wideflood):

  • Eignen sich besonders für größere Flächen wie Wände, großflächige Poster etc.
  • Erzeugen eine gleichmäßige Beleuchtung ohne erkennbaren Fokus
  • Die Ränder des Lichtkegels sind fast nicht mehr erkennbar

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Eine spannende Lichtdynamik erreichen Sie durch kontrastreiche Beleuchtung. Tipps hierfür finden Sie in unserem Licht-Tipp „Hauptsache hell? Die richtige Beleuchtung für eine attraktive Warenpräsentation“.

Bei manchen Strahlern lässt sich die Optik vor dem LED-Modul auswechseln. Dazu dreht man den vorderen Ring per Bajonett-Verschluss aus dem Gehäuse. Auf diese Weise lässt sich der Abstrahlwinkel von Strahlern im Handumdrehen austauschen, ohne dass der Strahler aus der Schiene genommen werden muss.

Weiteres Zubehör bietet sich an, wenn bei Exponaten bestimmte Effekte erzielt werden sollen. So gibt für manche Strahlerserien eine Vielzahl an Aufsätzen, mit deren Hilfe der Ausstrahlwinkel des Strahlers verändert werden kann: Blendklappen, Konturenschieber, Irisblenden uvm.

2. Woran erkennt man Spots oder Fluter

Sie haben bereits Strahler in Ihrem Laden verbaut und fragen sich nun, woran Sie erkennen können, um welchen Typen es sich handelt?

Leider gibt es kein verlässliches Kriterium, wie man direkt an der Optik der Leuchte die Abstrahlcharakteristik ablesen kann. Der beste Weg zu erkennen, um welchen Ausstrahlwinkel es sich handelt, ist also tatsächlich, den Strahler in die Schiene zu klicken und auf eine Oberfläche zu richten. Wenn Sie in Ihrem Laden verschiedene Typen verbaut haben, werden Sie auf diese Weise den Unterschied zwischen den Optiken schnell wahrnehmen.

Spots fokussieren ihr Licht auf eine kleine Fläche und sind somit lokal sehr hell. Widefluter geben ein sehr weiches, breites Licht ab, ohne erkennbare Ränder am Lichtkegel. Die Lichtcharakteristik eines Fluters liegt zwischen der von Spot und Wideflood.

Bei Strahlern mit Reflektoren lässt sich manchmal vom Schliff des Reflektors auf den Abstrahlwinkel schließen: Floods sind oft glatter im Schliff und je kleiner der Ausstrahlwinkel, desto kleiner wird auch die Facettierung. Die Unterschiede im Schliff sind aber meist nur schwach wahrnehmbar.

Manche Hersteller kennzeichnen ihre Strahler mit einem Aufkleber: So steht das Kürzel SP in der Regel für Spot, FL für Flood und WFL für Wideflood. Alternativ stehen Winkelbezeichnungen auf dem Aufkleber: Je kleiner der Winkel, desto spottiger der Strahler. Beispiele für unterschiedliche Winkel sind: Spot 15°, Fluter 30° und Widefluter 50°.

3. Die passende Lichtfarbe auswählen

Die Wahl der Lichtfarbe kann die natürlichen Farben der Waren entweder betonen oder im ungünstigsten Fall verfälschen. Vor allem bei der Beleuchtung von Lebensmitteln spielt die passende Farbtemperatur eine große Rolle für ein frisches Erscheinungsbild. Aber auch bei Kleidungsstücken kann die richtige Lichtfarbe die Farbe der Ware erst richtig satt wirken lassen.

In den meisten Fällen werden in kleineren Läden nur Strahler einer Lichtfarbe verbaut sein: 3000K oder 4000K. Gibt es aber verschiedene Lichtfarben oder sogar die Option, per Taster oder Regler direkt am Strahler die Lichtfarbe einzustellen, sollte man sich die Grundfarben der Ware genauer ansehen, die man beleuchten möchte:

Farben mit Rot- und Goldanteilen → warmweiße Lichtfarbe (2700K und 3000K)

Farben mit Blau- und Weißanteilen → neutralweiße Lichtfarbe (4000K)

4. Auf Blendung und Verschattung achten

Wenn Sie Ihre Strahler nun auf die Ware, Tische und Wände ausrichten, müssen Sie berücksichtigen, wo Ihre Kunden stehen und in welche Richtung sie blicken werden. Schnell kann es passieren, dass ein Kunde in einen ungünstig ausgerichteten Strahler schaut oder auf die Ware einen Schatten wirft.

Problematisch wird es, wenn die Kunden zwischen der angestrahlten Ware und dem Strahler stehen: Schauen sie dann in Richtung des Strahlers, werden sie geblendet. Schauen sie in Richtung der Ware, können sie diese verschatten. Diese Konstellation sollte also wenn möglich vermieden werden.

Oft stehen auf der Shopfläche viele Elemente, die von verschiedenen Seiten beleuchtet werden müssen. Das macht es schwierig, alle Strahler blendfrei auszurichten. Vermeiden lässt sich Blendung oder Verschattung aber bei Flächen, die nur von einer Seite aus betrachtet werden wie zu Beispiel Schaufenster oder Wandregale.

Spots haben immer das Potential, stärker zu blenden, allerdings erst bei einem kleinen Winkel. Und Fluter blenden zwar schneller, weil sie breiter strahlen, aber dafür nicht so stark wie Spots.

5. Das Gewicht auf Pendelschienen gut verteilen

Und zu guter Letzt ein Hinweis für Strahler auf Pendelschienen: Bei Strahlern, die auf abgependelten Schienen hängen, sollte man auf ein ausgewogenes Gewicht der montierten Strahler achten. Zu viele Strahler, die in eine Richtung gerichtet sind, bringen eine Pendelschiene schnell aus dem Lot. Hängt die Schiene schräg, strahlen die Strahler natürlich nicht mehr auf die richtige Stelle. Montieren Sie auf Pendelschienen also am besten ab und zu als Gegengewicht einen Strahler, der in die entgegen gesetzte Richtung leuchtet.

Sie haben Fragen zur Montage oder zum Ausrichten von Stromschienenstrahlern? Schreiben Sie uns: info@lichtbasis.de.