Musik und Licht im Retail

10.11.2020

Einkaufswelten mit allen Sinnen schaffen – Musik und Licht im Retail

In Zeiten des Online-Handels wird es für den Einzelhandel immer wichtiger, Kunden ein Einkaufserlebnis zu bieten, das sie beim Stöbern im Internet nicht haben. Dazu gehört, dass Einkaufswelten in Präsenz-Shops ein großes Spektrum an sinnlichen Eindrücken bereithalten, das beim Online-Shopping fehlt. Die Atmosphäre ist es, die zählt.

Licht kann ein wichtiger Bestandteil davon sein, wie Kunden einen Shop wahrnehmen. Doch nicht nur visuelle Eindrücke, auch Klangerlebnisse bringen uns bestenfalls in Kauflaune. Im schlechtesten Fall aber kann uns die falsche oder zu laute Musik die Freude am Shoppen vermiesen. Dabei gibt es auffällige Parallelen zwischen Licht- und Musikkonzepten. Welche das sind und wie Sie Musik einsetzen, um Kaufanreize zu schaffen, das verraten wir Ihnen in diesem Blogartikel.

1. In Einkaufsstimmung durch Musik

Die Marketingwelt weiß es schon lange: Beim erfolgreichen Ladenverkauf geht es immer darum, die Atmosphäre im Shop so zu gestalten, dass die Zielgruppe sich wohl fühlt und länger im Laden verweilen möchte – und dabei vielleicht das eine oder andere Produkt mehr im Einkaufskorb landet. Nicht nur mit stimmungsvollem Licht, sondern in besonderem Maße auch mit gezielt ausgewählter Musik lassen sich Menschen nachweislich in Kauflaune versetzen.

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2. Musik oder Muzak? – die Strategie der richtigen Hintergrundmusik

Musik wirkt auf unsere Gefühle ein – die richtige Musik am richtigen Ort wirkt sogar stimmungsaufhellend. Das geschieht manchmal bewusst. Zum Beispiel wenn gewisse Lieder schöne Erinnerungen aus der Vergangenheit auslösen und mit ihnen das Wohlgefühl, das wir damals hatten.

Viel öfter jedoch wirkt Musik auf unbewusster Ebene auf uns. Und genau diese unbewusste Ebene ist es, die das „sensorische Marketing“ stimulieren möchte. Im Gegenteil zu „Musik zum Hinhören“, die in uns bewusste Assoziationen hervorruft, fungiert Hintergrundmusik, die sogenannte „Muzak“, als auditive Kulisse für den Einkauf. Muzak steht hierbei für einen „Easy Listening“-Sound, der im Hintergrund läuft. Vor allem ruhige Instrumentalmusik und andere Musik ohne Gesangseinlagen wird kaum bewusst wahrgenommen und verschmilzt auf diese Weise mit dem restlichen Shopkonzept zu einem angenehmen Ambiente.

Weder zu entspannt noch zu aufgeregt sollten die Musikstücke sein: Sehr langsame Musik kann nämlich einschläfernd wirken, während zu schnelle Lieder Stress auslösen können. Alles unter 100 Beats pro Minute zählt zu einem angenehmen Musiktempo.

Ein weiterer Effekt von Hintergrundmusik: Besonders in Lebensmittelläden kann sie das negative Gefühl abmildern, dass Kunden sich beobachtet fühlen. Dieses Gefühl stellt sich nämlich meist in ruhigen, öffentlichen Räumen ein. Auch unschöne technische Geräusche wie Scanner-Piepen oder brummende Lüftungsanlagen können von sanfter Musikberieselung überdeckt werden.

3. Parallelen zwischen Musikkonzept und Lichtkonzept

  • Bedeutung von Helligkeit und Lautstärke:
    Musik kann wie Licht zurückhaltend sein und dabei das Ambiente des Raums unterstreichen. Oder es kann sich in den Vordergrund drängen und dabei vom Wesentlichen ablenken, den Produkten nämlich. Beim Licht ist es die Helligkeit, die entscheidet, ob ein Raum – und damit die Waren darin - als harmonisch und anregend, oder als grell und billig wahrgenommen wird. Bei der Musik ist es die Lautstärke, die aus einem angenehmen Klangraum ein dröhnendes Lärmerlebnis macht. Zu grelles, helles Licht am Eingang wirkt für viele Menschen abschreckend. Auf ähnliche Weise kann zu laute Musik, die aus dem Shop schallt, abschreckend wirken.
     
  • Qualität des Leuchmittels bzw. der Lautsprecher:
    Ebenso wie beim Licht die Qualität des Leuchtmittels bestimmend ist, ist die Qualität der Lautsprecher für die Wahrnehmung der Musik im Retail entscheidend: Auch die wohlklingendste Musik kann in scheppernden Lautsprechern anstrengend fürs Ohr sein. Hochwertige Lautsprecher wie der Spottune Omni, die sich gleich mit in die Stromschiene fürs Licht einklicken lassen, erleichtern die Planung des Musikkonzepts.
     
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  • Harmonie mit der Umgebung:
    Bei Licht ist das harmonische Zusammenspiel mit der Umgebungshelligkeit  essentiell. Ist beispielsweise die Helligkeit der Fassadenbeleuchtung zu hoch im Vergleich zur Umgebung, wirkt die Beleuchtung grell. Ebenso sollte man bei der Musik auf das Klangerlebnis in Verbindung mit der Umgebung achten. Vor allem in Einkaufsmalls möchte man nicht eine Kakophonie an Lärm, sondern eine Harmonie mit den umgebenden Shops erreichen.

  • Verschiedene Konzepte je nach Raumbereich:
    In der Lichtplanung werden verschiedene Bereiche des Shops unterschiedlich behandelt. So braucht zum Beispiel das Schaufenster ein anderes Licht als die Umkleide. Beim Musikkonzept ist es ähnlich: Vor allem in Malls oder größeren Läden ist es möglich,  je nach der Tätigkeit des Kunden die Musik auf bestimmte Bereiche abzustimmen. So könnte im Verkaufsraum andere Musik erklingen wie in den Toiletten. Wird der Shop zu verschiedenen Tageszeiten von anderen Kundengruppen besucht, lässt sich auch dies in der Playlist abbilden.

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4. Musik als Teil der Corporate Identity

Die Musik  muss zur Gesamt-Geschichte passen, die Sie erzählen. Auch im Kino wäre der Zuschauer irritiert, wenn die Filmmusik ein Eigenleben entwickelte und nicht zu der Story passt, die gerade auf der Leinwand zu sehen ist. Genauso muss die Musik im Shop zur Marke, zur Zielgruppe und zu den Produkten passen.

Für die Entscheidung, welche Musik zur eigenen Marke passt, kann folgende Frage aus dem Marketing helfen: „Wenn Ihre Marke Musik wäre, wie würde sie klingen?“

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Ob Popsongs, chillige Instrumentalmusik oder klassische Töne  - die Entscheidung für einen Musikstil hängt wie beim Lichtkonzept maßgeblich von der Zielgruppe ab, die angesprochen werden soll. Einfach das Radio aufdrehen oder eine beliebige CD einlegen, ist, als würde man einen Strahler irgendwo hin richten, aber nicht auf die Schaufensterpuppe. Zwei Beispiele: Laute Musik wird oft für ein jüngeres Publikum angeboten. Ruhige Töne ohne viel Bass unterstreichen dagegen die Weichheit von Textilien.

5. Reizüberflutung vermeiden

Klar sollte bei jedem Einsatz von Musik im Einzelhandel sein: Auch Musik ist ein zusätzlicher Reiz, der hinzukommt zu all den anderen Reizen, denen wir täglich ausgesetzt sind. Unser Alltag ist hektischer geworden; die Eindrücke, die wir verarbeiten müssen, zahlreicher. Darum ist es wichtig, Musik im Shop mit Bedacht einzusetzen. Denn ein „zu viel“ oder „zu laut“ kann dazu führen, dass Kunden nicht angelockt, sondern abgeschreckt werden.

Zu laute Dauerbeschallung sorgt für einen erhöhten Stresslevel – nicht nur bei Kunden, sondern insbesondere auch bei Mitarbeitern, die dem nicht entfliehen können. Laut Vorgaben des Bundesarbeitsministeriums sollte daher die Geräuschkulisse im Einzelhandel einen Wert von 70 Dezibel (dbA) nicht überschreiten.

Machen Sie es also bewusst anders: Setzen Sie Musik gezielt und besonnen ein. Dann werden Ihre Kunden gerne wiederkommen

 

 

Sie möchten auch verkaufsfördernde Musik in Ihrem Geschäft einsetzen, aber Ihnen fehlt noch die richtige technische Ausstattung? Wir beraten Sie gerne: info@lichtbasis.de.